Sportwetten in Österreich 2026: Was Bewilligung, Wettgebühr und Quoten wirklich kosten
Ladevorgang...
November 6, 2026 · Stand der Bewilligungen und Anbieterdaten gegen den Niederösterreich- und Oberösterreich-Landesregierungs-Bescheid sowie die im Impressum der Anbieter genannten Bescheide geprüft.
Die Rechtslage für Sportwetten ist in Österreich ungewöhnlich: Es gibt keine nationale Lizenz, keinen nationalen Regulierer und keine bundesweite Liste zugelassener Buchmacher. Wer in Österreich Sportwetten anbietet, braucht eine Bewilligung des jeweiligen Bundeslandes nach dessen Wettgesetz. Seit dem 1. April 2025 fällt auf jeden Einsatz zusätzlich eine Wettgebühr von 5 Prozent an, die der Anbieter schuldet, nicht der Wettende. In Österreich gibt es eine Vielzahl an Wettanbietern, bei denen die Kosten für Wettscheine, Boni und Livewetten stark variieren, weshalb ein genauer Blick auf die Wettgebühr und die Angebotsbedingungen essenziell ist.
Neue Wettanbieter in Österreich: Was beim Markteintritt zu prüfen ist
Der Begriff „neue Wettanbieter Österreich 2026“ taucht in jeder Saison wieder auf, weil Buchmacher ohne österreichische Bewilligung hierzulande sichtbar werben und weil auch binnen zugelassener Marken Umbenennungen passieren. Merkur Bets ist seit Juni 2025 die neue Marke der Merkur-Gruppe für Österreich und ersetzt die frühere Cashpoint-Linie. Slotimo, Wonderluck, LegendPlay und Sportuna sind Marken, die aktuell auf dem österreichischen Markt sichtbar sind, aber nach eigenen Angaben keine Bewilligung eines Bundeslandes führen.

Worauf es bei einer „neuen“ Marke ankommt, ist nicht das Alter, sondern vier konkrete Punkte:
- Bewilligung: Welches Bundesland hat die Bewilligung erteilt, mit welchem Bescheid und unter welchem Wettgesetz? Steht diese Angabe im Impressum oder in der Wettordnung, ist sie nachprüfbar. Fehlt sie, ist die Marke aus österreichischer Sicht ein Anbieter ohne Bewilligung.
- Betreiber: Welche Gesellschaft steht hinter der Marke, und wo ist sie situiert? Eine österreichische GmbH mit Sitz in Wien ist etwas anderes als eine Offshore-Gesellschaft mit Lizenz aus Anjouan oder Curaçao.
- Steuerlicher Sitz: Das Wettgesetz des jeweiligen Bundeslandes knüpft die Bewilligung an den Ort, von dem aus der Anbieter die Daten bereitstellt. Der VwGH hat im April 2026 bestätigt, dass für Oberösterreich der Serverstandort der Anker ist.
- Selbstschutz: Selbstsperre, Spielpausen und Limits sind pro Anbieter und pro Bundesland organisiert. Es gibt keinen nationalen Sperrregister-Eintrag für Sportwetten.
Ein Markteintritt ist also vor allem ein Genehmigungs- und Standortvorgang, kein reiner Werbeakt. Anbieter, die ihre Bewilligung nicht offenlegen, sind nicht per Definition illegal, aber ihre Position ist im jeweiligen Landrecht nicht abschließend geklärt und unterliegt der jeweiligen Auslegung des Landesgesetzes.
Wettanbieter Österreich im Vergleich: Zehn Anbieter nebeneinander
Die folgende Tabelle sortiert die Anbieter nach ihrer Bewilligungssituation in Österreich. Die ersten sechs führen nach eigenen Angaben eine Bewilligung eines Bundeslandes, die übrigen vier nicht. Diese Unterscheidung ist hart, weil die Anbieter mit Land-Bewilligung in unterschiedlichen Bundesländern bewilligt sind und damit unterschiedlichen Landesgesetzen unterliegen.
| Anbieter | Bewilligung in Österreich | Betreiber / Sitz |
|---|---|---|
| tipp3 | Niederösterreich, NÖ Wettgesetz, Bescheid 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020 | Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H., Wien |
| win2day | Niederösterreich, NÖ Wettgesetz, Bescheid 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020 (nur Sportwetten) | Österreichische Lotterien Gesellschaft mbH |
| Starsportwetten | Bewilligung vorhanden (Bescheid vom 8. März 2022), Bundesland und Aktenzahl nicht genannt | Star Sportwetten GmbH |
| Vierklee | Tirol, Bescheid Zl. IIa.10.065/144-0 | Vierklee Wettbüro GmbH |
| Admiral | Oberösterreich, Oö. Wettgesetz | ADMIRAL Sportwetten GmbH, Gumpoldskirchen |
| Merkur Bets | Bewilligung vorhanden, Land und Bescheid nicht veröffentlicht | Merkur Group (vormals Cashpoint, Gerasdorf bei Wien) |
| Slotimo | Keine österreichische Bewilligung; Lizenz: Anjouan ALSI-102310002-F15 | Offshore, Anjouan |
| Wonderluck | Keine österreichische Bewilligung; Lizenz: Anjouan | Offshore, Anjouan |
| LegendPlay | Keine österreichische Bewilligung; Lizenz: Anjouan | Offshore, Anjouan |
| Sportuna | Keine österreichische Bewilligung; Lizenz: Curaçao | Offshore, Curaçao |
Diese Tabelle zeigt nur den Bewilligungsstatus, nicht die Qualität der Angebote. Details zu den einzelnen Anbietern finden sich im Abschnitt „Anbieter im Detail“. Wichtig zu verstehen: Auch unter den bewilligten Anbietern gibt es kein einheitliches Schutzniveau, weil jedes Bundesland sein eigenes Wettgesetz hat. Eine Tiroler Bewilligung ist nicht gleichwertig mit einer niederösterreichischen, sondern gilt unter anderen Regeln.
Wie Sportwetten in Österreich organisiert sind: Bundesländer, nicht der Bund
Sportwetten sind in Österreich keine Glücksspiele. Der VwGH hat am 2. Juli 2015 festgestellt, dass die klassische Sportwette ein Geschicklichkeitsspiel ist und nicht unter das Glücksspielgesetz fällt. Damit gibt es für Sportwetten weder eine Bundeslizenz noch eine nationale Aufsichtsbehörde. Jedes der neun Bundesländer hat sein eigenes Wettgesetz und seine eigene Bewilligungsbehörde.
Niederösterreich regelt das Thema über das NÖ Wettgesetz vom 27. Mai 2020, Wien über das Wiener Wettengesetz von 2016, Oberösterreich über das Oö. Wettgesetz. Die Behörden sind die jeweiligen Landesregierungen oder der Magistrat. Die Bewilligung gilt jeweils für das Hoheitsgebiet des Bundeslandes, in dem der Anbieter den Wettbetrieb entfaltet, und ist an den Serverstandort gebunden, von dem aus die Wettdaten bereitgestellt werden.
Diese Struktur hat drei praktische Folgen für Wettkunden:
- Es gibt keine bundesweite Whitelist mit allen bewilligten Buchmachern. Wer prüfen will, ob ein Anbieter eine Bewilligung hat, muss im Impressum oder in den AGB nachlesen, welches Bundesland genannt wird.
- Selbstsperren, Spielpausen und Limits sind pro Anbieter und pro Bundesland organisiert. Wer bei tipp3 eine Selbstsperre setzt, sperrt sich nur bei tipp3, nicht beim gesamten Markt. Es gibt keine österreichweite Sperrdatei für Sportwetten.
- Wettgebühren werden auf Bundesebene eingehoben, die Wettbewilligung auf Landesebene erteilt. Das führt zu zwei rechtlich verschiedenen Regelwerken für ein und dasselbe Produkt.
Rechtslage und Wettgebühr: Was der Staat nimmt und wer es zahlt
Die Wettgebühr ist eine Bundesabgabe und beträgt seit dem 1. April 2025 5 Prozent des Wetteinsatzes. Bis 31. März 2025 waren es 2 Prozent, eingeführt im Oktober 2005. Die Rechtsgrundlage ist § 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG in der Fassung von BGBl. I Nr. 7/2025. Der Bundesfinanzhof hat am 12. Mai 2026 die Beschwerde eines Buchmachers gegen die 5 Prozent zurückgewiesen.

Die Wettgebühr schuldet der Anbieter, nicht der Wettende. Das bedeutet: Eigentlich ist es eine Belastung des Buchmachers. Die Frage, wie der Anbieter die Gebühr weitergibt, entscheidet er selbst. tipp3 hat sich entschieden, bei verlorenen Wetten die Gebühr selbst zu tragen und bei gewonnenen Wetten 5 Prozent vom Gewinn abzuziehen. Das bedeutet konkret: Wer 10 Euro auf Quote 2,00 setzt und gewinnt, bekommt 19 Euro statt 20 Euro ausgezahlt. Bei einer verlorenen Wette bleibt der Einsatz vollständig beim Anbieter, die 5 Prozent trägt der Anbieter.
Andere Anbieter können die Gebühr in die Quoten einpreisen oder direkt vom Einsatz abziehen. Es gibt keine einheitliche Methode, und die Wettgebühr ist keine Bestätigung der österreichischen Bewilligung. Eine bezahlte Wettgebühr beweist nicht, dass der Anbieter in einem Bundesland bewilligt ist.
Für die Wettgewinne selbst: Es ist auf Primärquellenebene nicht abschließend geklärt, ob private Wettgewinne in Österreich zu versteuern sind. Die übliche Auskunft lautet, dass ein Steuerberater oder das Finanzamt zu fragen ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt sich individuell beraten, weil allgemeine Aussagen hier nicht tragen.
Verantwortungsvolles Wetten: Limits, Sperren und Hilfen
Die Spielregeln sind pro Anbieter und pro Bundesland unterschiedlich. Einige Beispiele:
- Mindestalter: 18 Jahre. Bei win2day wird das Alter technisch erzwungen, tipp3 gibt das Alter ebenfalls mit 18 an.
- Einzahlungslimit win2day: Bis 26 Jahre maximal 250 Euro pro Woche (Freitag bis Donnerstag), ab 26 Jahre maximal 1.680 Euro pro Kalendermonat, auf Antrag individuell erhöhbar. Gewinne zählen nicht zum Limit.
- Spielpause tipp3: 1, 3 oder 6 Monate, das Guthaben bleibt auf dem Konto.
- Selbstsperre tipp3: 1, 2 oder 3 Jahre, das Guthaben wird auf das verknüpfte Bankkonto überwiesen. Beide Sperren sind nach Beginn nicht aufhebbar.
Es gibt keinen bundesweiten Sperrregister-Eintrag für Sportwetten. Die geplante Glücksspielreform 2026, die noch nicht in Kraft ist, schafft ein Sperrregister und ein Limitregister, aber ausdrücklich nur für Glücksspiele nach dem GSpG, also für Lotterien, Casino und Poker. Sportwetten sind nicht erfasst.
Hilfe für Spieler bietet playsponsible.at, die zentrale Anlaufstelle der österreichischen Glücksspiel- und Wettbranche. Bei problematischem Spielverhalten ist das die erste Adresse, nicht der Anbieter selbst, weil ein Anbieter wirtschaftliche Anreize gegen eine Selbstanzeige hat.
Boni und Gratiswetten in Österreich: Was Marketingworte wirklich bedeuten
Boni und Gratiswetten sind freiwillige Aktionen der Anbieter. Es gibt in Österreich kein Gesetz, das Mindeststandards für Wettboni vorschreibt. Die Bedingungen – Umsatzfaktor, Mindestquote, Frist – entscheidet allein der Anbieter. Wer einen Bonus annimmt, geht einen Vertrag mit den Bedingungen des Anbieters ein, und die sind es wert, vor dem Klick gelesen zu werden.
Was die Werbung verschweigt, steht in den AGB. Drei Beispiele aus dem aktuellen Markt:
- Wonderluck: Wirbt mit 100 % bis 150 Euro Erstbonus, 50 % bis 500 Euro wöchentlichem Reload, 10 % bis 500 Euro Cashback, Accumulator Boost und Early Payout. Die genauen Umsatzbedingungen, Mindestquoten und Fristen stehen auf der Aktionsseite nicht.
- LegendPlay: Bewirbt 100 % bis 250 Euro Erstbonus und 50 % bis 500 Euro Reload. Auch hier sind die Bedingungen auf der Aktionsseite nicht abrufbar.
- Sportuna: Wirbt mit 100 % bis 100 Euro Erstbonus, 50 % bis 500 Euro Reload, 10 % bis 500 Euro Cashback, Accumulator Boost, Bore Draw und Early Payout.
- Betovo: Nennt konkrete Zahlen: 100 % bis 250 Dollar, Mindesteinzahlung 10 Dollar, Mindestquote 1,59, Umsatzfaktor 6 (Wette: 6), nur für Neukunden mit erster Echtgeld-Einzahlung, nur Sport und Live-Sport.
- win2day FreeBet: Fünf FreeBets zu je 10 Euro nach erster Einzahlung von mindestens 1 Euro. Die FreeBets sind drei Jahre gültig, gelten nur für Einzelwetten, müssen genau in Höhe des FreeBet-Betrags gesetzt werden und sind nicht auszahlbar. Bei FreeBet-Wetten ist Cash-Out deaktiviert.
Die wertvolle Information ist nicht die Bonussumme, sondern die Differenz zwischen Bonussumme und dem, was nach den Bedingungen tatsächlich als Echtgeld ausgezahlt werden kann. Ein 150-Euro-Bonus mit 10-fachem Umsatz bei Mindestquote 2,00 kostet 1.500 Euro Umsatz, der bei einer Marge von etwa 6 Prozent etwa 90 Euro an rechnerischem Verlust erzeugt, bevor ein Cent ausgezahlt werden kann. Die Faustregel: Je höher der Bonus, desto höher die Umsatzanforderung und desto seltener wird der Bonus tatsächlich zu Echtgeld.
Wettarten und Quoten: Von der Einzelwette bis zum Kombiboost
Die Wettarten sind in Österreich weitgehend standardisiert. Einzelwetten, Kombiwetten, Systemwetten und Livewetten bilden das Grundgerüst. Langzeitwetten ergänzen das Angebot bei Großereignissen wie Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen.
Einzelwette: Ein Tipp auf ein Ereignis. Bei tipp3 erst ab Quote 1,06 erlaubt, niedrigere Quoten gehen nur in Kombi- oder Systemwetten. Das schützt den Kunden vor Quoten, bei denen der Buchmacher eine zu hohe Marge nimmt.
Kombiwette: Mehrere Tipps auf einem Schein, deren Quoten multipliziert werden. Bei win2day sind 1 bis 10 Ereignisse in einer Standardwette kombinierbar, bei tipp3 sind es 3 bis 10 Tipps in einer Kombiwette. Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten, kaufmännisch gerundet auf zwei Dezimalstellen.
Systemwette: Mehrere Kombinationen auf einem Schein, sodass nicht alle Tipps stimmen müssen. Bei win2day ist der Mindesteinsatz 0,10 Euro pro Standardwette im System, insgesamt mindestens 0,50 Euro, der Höchsteinsatz 500 Euro pro Standardwette und pro Systemwette.
Langzeitwette: Wette auf ein Ergebnis, das erst nach Wochen oder Monaten feststeht, etwa Weltmeister, Turniersieger oder Torschützenkönig. Der Vorteil sind hohe Quoten, der Nachteil das gebundene Kapital über lange Zeit.
Livewette: Wette während des Spiels. tipp3 erlaubt Livewetten nur über die Website von tipp3 und in den tipp3-Apps. Bei heiklen Spielsituationen wie einem Elfmeter wird die Wettannahme unterbrochen, bis der Ausgang feststeht. Die „ja/nein“ und „alle 7“-Wetten müssen als Einzelwetten abgegeben werden.
Cash-Out: Vorzeitiger Ausstieg aus einer Wette vor Ende des Spiels. Bei win2day bestimmt der Anbieter, welche Wetten Cash-Out anbieten, kann die Funktion jederzeit ändern und legt den Preis fest. Bei tipp3 richtet sich der Cash-Out-Betrag nach dem Spielverlauf und steht während Quotenanpassungen nicht zur Verfügung. Bei FreeBet-Wetten ist Cash-Out generell deaktiviert.
Kombiboost NEO.bet: Ab 3 Tipps mit Mindestquote 1,20 pro Tipp. Der Aufschlag beginnt bei 3 Prozent für eine 3er-Kombi und steigt auf 200 Prozent bei einer 30er-Kombi, ohne Gewinnlimit. Das ist ein zusätzlicher Anreiz, längere Kombis zu spielen, weil der Anbieter damit die Anzahl der Tipps pro Schein hochtreibt.
Winnings Boost Betovo: Aktion auf ausgewählte Wetten, bei der die Quote künstlich erhöht wird. Was nach einem Boost übrig bleibt, ist meist weniger, als es auf den ersten Blick aussieht, weil der Anbieter die ursprüngliche Quote ohnehin mit Marge kalkuliert.
Die Marge ist der Teil des Einsatzes, den der Anbieter im Schnitt einbehält. Eine Auszahlungsquote von 94 Prozent heißt, dass 6 Prozent Marge im Markt stecken. Die Faustregel: Je höher die Marge, desto schlechter die Quote für den Kunden. Anbieter mit niedriger Marge sind langfristig günstiger, auch wenn der einzelne Gewinn höher aussehen kann.
Was eine Quote wirklich kostet: Ein Beispiel zur Marge
Die Marge lässt sich an einem einfachen Beispiel verdeutlichen. Nehmen wir einen fiktiven Zweiwege-Markt mit Quoten 1,90 und 1,90. Die Auszahlungsquote ist 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ 1,0526 = 0,95. Das entspricht 95 Prozent Auszahlung und damit 5 Prozent Marge.
Das heißt: Von jedem Euro, der insgesamt auf diesen Markt gesetzt wird, zahlt der Anbieter 95 Cent als Gewinn aus und behält 5 Cent. Bei einer Wette von 10 Euro auf Quote 1,90 und einem Gewinn bedeutet das: 10 Euro Einsatz × 1,90 = 19 Euro Bruttoauszahlung. Minus 5 Prozent Wettgebühr vom Gewinn (0,45 Euro) bleiben 18,55 Euro als Auszahlung.
Die 5 Prozent Marge sind ein Durchschnittswert über viele Wetten. Bei einer einzelnen Wette gewinnt oder verliert der Kunde, aber langfristig kostet die Marge den Kunden den genannten Prozentsatz seines Umsatzes. Das ist der Preis, den ein Kunde zahlt, um wetten zu können.
Bei Märkten mit drei möglichen Ausgängen (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) liegt die typische Marge zwischen 5 und 8 Prozent. Bei exotischen Märkten wie „Wer schießt das erste Tor?“ oder „Wie viele Ecken in Halbzeit eins?“ liegt die Marge oft deutlich höher, weil weniger Kunden diese Märkte spielen und der Anbieter weniger Wettbewerb hat.
Die Frage „Welcher Anbieter hat die beste Quote?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Quoten schwanken je nach Markt, Sport, Zeitpunkt und Anbieter. Was sich sagen lässt: Anbieter mit hoher Marktabdeckung und hohem Wettvolumen haben tendenziell niedrigere Margen, weil sie mit dem Wettbewerb mithalten müssen.
Sportarten und Turniere: Was österreichische Buchmacher anbieten
Fußball ist der dominierende Markt. Bundesliga, Champions League, Europa League, Weltmeisterschaft und Europameisterschaft sind Standard. Aber auch Tennis, Eishockey, Handball, Basketball, Formel 1 und Wintersport wie Ski Alpin und Skispringen sind im Programm.
win2day: Führt Fußball, Eishockey, Tennis, Handball und Formel 1 als Hauptprogramm.
Slotimo: Pre-Match und Live auf Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Boxen, Volleyball, Snooker und eSport mit CS2, Dota 2, Valorant, League of Legends und FIFA.
Merkur Bets: Fußball, Basketball, Tennis, American Football, Formel 1 und Olympia.
Betovo: Fußball, Tennis, Basketball, Tischtennis, E-Sport, Eishockey, Volleyball, Handball, American Football und Pferderennen.
NEO.bet: Täglich über 600 Matches mit Live-Quoten, Cashout, Early Payout, Live-Quotenboosts und Community-Wetten.
22bet: Über 1.000 Veranstaltungen täglich, durchschnittlich mehr als 30 Markttypen pro Veranstaltung, angenommen werden Einzelwetten, Akkumulatoren, Systeme und Ketten.
Die österreichische Spezialität ist der Wintersport. Skifahren ist Volkssport, und Buchmacher mit Bewilligung eines Bundeslandes haben oft Ski Alpin, Skisprung und Biathlon im Programm. Für die WM-Saison und die Wintersaison gilt: Wintersportwetten sind bei österreichischen Anbietern stärker vertreten als bei vielen internationalen Marken.
Bei Großereignissen wie der Fußball-WM oder der Formel-1-Saison weiten viele Anbieter ihr Programm aus. Spezialwetten auf „Wer wird Torschützenkönig?“, „Welche Nation gewinnt das Eröffnungsspiel?“ oder „Wer holt die Pole Position?“ sind dann verfügbar. Die Quoten auf solche Märkte sind tendenziell höher, weil weniger Informationen in den Markt fließen.
Anbieter im Detail
tipp3 – Niederösterreich-Bewilligung, voller Marktzugang
tipp3 ist die Sportwett-Marke der Österreichischen Sportwetten Gesellschaft mit Sitz in Wien. Die Bewilligung stammt von der NÖ Landesregierung, Bescheid vom 10.12.2020, Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020. tipp3 darf Sportwetten in Niederösterreich und nach Maßgabe der anderen Landesgesetze auch in anderen Bundesländern anbieten, sofern die jeweiligen Landesgesetze das vorsehen.
Das Angebot umfasst Einzelwetten ab Quote 1,06, Kombiwetten mit 3 bis 10 Tipps, Livewetten auf Tipp3.at und in den Apps, Cash-Out, Spielpausen von 1 bis 6 Monaten und Selbstsperren von 1 bis 3 Jahren. Die Wettgebühr trägt tipp3 bei verlorenen Wetten selbst, bei gewonnenen Wetten werden 5 Prozent vom Gewinn abgezogen.
Verdienst: tipp3 ist einer der wenigen Anbieter mit klar dokumentierter niederösterreichischer Bewilligung. Das macht ihn für Kunden attraktiv, denen die Bewilligung wichtig ist.
win2day – Niederösterreich-Bewilligung mit klaren Limits
win2die Sportwetten werden von der Österreichischen Lotterien Gesellschaft betrieben, ebenfalls unter NÖ Wettgesetz-Bewilligung. Das Angebot umfasst Einzelwetten, Kombiwetten, Systemwetten, Langzeitwetten und Livewetten auf Fußball, Eishockey, Tennis, Handball und Formel 1.
Die Limits sind klar geregelt: Mindesteinsatz 0,50 Euro pro Standardwette (0,10 Euro je Standardwette im System, mindestens 0,50 Euro gesamt), Höchsteinsatz 500 Euro pro Standardwette und pro Systemwette. Höchstgewinn 80.000 Euro pro Standardwette, 200.000 Euro pro Systemwette. Cash-Out ist verfügbar, der Anbieter bestimmt die Verfügbarkeit und den Preis.
Einzahlungslimit: bis 26 Jahre maximal 250 Euro pro Woche (Freitag bis Donnerstag), ab 26 Jahren maximal 1.680 Euro pro Kalendermonat, auf Antrag individuell erhöhbar. Gewinne zählen nicht zum Limit. FreeBet: fünf FreeBets zu je 10 Euro nach erster Einzahlung ab 1 Euro, drei Jahre gültig, nur Einzelwetten, nicht auszahlbar, kein Cash-Out.
Verdienst: win2day ist die zweite Säule des legalen österreichischen Marktes. Die Limits sind klar dokumentiert, das Angebot ist solide, die FreeBet-Konditionen sind transparent. Für Kunden, die einen österreichischen Marktführer suchen, ist win2day neben tipp3 die erste Adresse.
Starsportwetten – Bewilligung vorhanden, Details nicht öffentlich
Starsportwetten wird von der Star Sportwetten GmbH betrieben. Die App-Beschreibung im Google-Play-Eintrag nennt einen Bescheid vom 8. März 2022, mit dem die behördliche Bewilligung zur Durchführung von Sportwetten im Internet und in stationären Spielstätten erteilt wurde. Welches Bundesland die Bewilligung erteilt hat und welche Aktenzahl der Bescheid trägt, ist aus der App-Beschreibung nicht abzuleiten.
Diese unklare Bewilligungslage ist ein Risiko für Kunden, die Wert auf Nachvollziehbarkeit legen. Wer einen Anbieter mit klar dokumentierter Bewilligung sucht, ist hier schlechter beraten als bei tipp3 oder win2day. Wer die App bereits nutzt und mit dem Angebot zufrieden ist, kann sie weiter nutzen, sollte aber wissen, dass die Bewilligung in den öffentlich einsehbaren Quellen nicht eindeutig dokumentiert ist.
Verdienst: Die Bewilligung ist da, aber die Dokumentation ist dünn. Wer das nicht stört, bekommt eine vollwertige Wett-App.
Vierklee – Tiroler Bewilligung mit klaren Höchstgewinnen
Vierklee wird von der Vierklee Wettbüro GmbH betrieben, die Bewilligung wurde von der Tiroler Landesregierung erteilt, Aktenzahl Zl. IIa.10.065/144-0. Das Wettprogramm umfasst die gängigen Sportarten und Wettarten, und die Wettbedingungen sind klar dokumentiert.
Höchstgewinn bei Vierklee: 15.000 Euro pro Einzel- oder Kombinationswette und pro Systemwette, 50.000 Euro pro Kunde und Woche für das gesamte Bundesgebiet Österreich. Diese Limits liegen deutlich unter den win2limits und sind für Gelegenheitswetter ausreichend, für High Roller aber einschränkend.
Verdienst: Vierklee ist ein regional verwurzelter Anbieter mit Tiroler Bewilligung. Für Kunden, die in Tirol wohnen oder die regionale Verbundenheit schätzen, ist das eine Alternative zu den großen Marken.
Admiral – Oberösterreich-Bewilligung, Marke mit Tradition
Admiral gehört zur Novomatic-Gruppe und war von 2001 bis 2006 an der Wiener Börse notiert. Gegründet wurde die ADMIRAL Sportwetten GmbH von Walter Grubmüller, der Sitz ist in Gumpoldskirchen. Die Bewilligung stammt nach Angabe des Unternehmens von der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz.
Admiral ist eine der bekanntesten Wettmarken Österreichs und hat in vielen Annahmestellen und Trafiken Wettterminals. Online ist das Angebot ebenfalls verfügbar, mit den üblichen Wettarten und einem vollständigen Wettprogramm.
Verdienst: Admiral ist eine etablierte Marke mit langer Geschichte. Für Kunden, die einen österreichischen Traditionsanbieter suchen, ist Admiral eine solide Wahl. Das Wettprogramm ist breit, die Online-Plattform ist ausgereift.
Merkur Bets – Umbenennung, gleiche Bewilligung
Seit Juni 2025 tritt die österreichische Sportwetten-Sparte der Merkur Group unter dem Namen Merkur Bets auf. Zuvor lief sie als Cashpoint Sportwetten mit Sitz in Gerasdorf bei Wien, gegründet 1996. Die Bewilligung ist weiterhin vorhanden, das Bundesland und der Bescheid sind aber nicht in den öffentlichen Quellen veröffentlicht.
Das Angebot umfasst Live- und Vorab-Wetten, Cashout, Einzel-, Kombi-, System- und Mehrwegwetten auf Fußball, Basketball, Tennis, American Football, Formel 1 und Olympia. Die App ist für iPhone und iPad verfügbar, ab 18 Jahren.
Verdienst: Merkur Bets ist die neue Marke eines etablierten Betreibers. Die Umbenennung von Cashpoint ist nicht mehr als eine Namensänderung, das Angebot und die Bewilligung sind vergleichbar. Für Kunden, die einen österreichischen Anbieter mit langer Tradition suchen, ist Merkur Bets eine Alternative zu tipp3, win2day und Admiral.
Slotimo – Ohne österreichische Bewilligung, mit Anjouan-Lizenz
Slotimo ist eine Marke mit Lizenz aus Anjouan (ALSI-102310002-F15). Es liegt keine Bewilligung eines österreichischen Bundeslandes vor. Die Frage, ob ein österreichischer Kunde dort legal spielen kann, hängt vom jeweiligen Landesgesetz ab und ist nicht abschließend geklärt.
Das Angebot umfasst Pre-Match- und Live-Wetten auf Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Boxen, Volleyball, Snooker und eSport, mit Quotenaktualisierung in Echtzeit und einer eigenen App. Die Bonusbedingungen sind nicht in den Aktionsseiten dokumentiert.
Verdienst: Slotimo ist ein Offshore-Anbieter mit breitem Wettprogramm. Wer auf die österreichische Bewilligung Wert legt, ist hier falsch. Wer maximale Marktbreite und eSport sucht, findet sie hier.
Wonderluck – Offshore mit undurchsichtigen Bonusbedingungen
Wonderluck hat eine Lizenz aus Anjouan und keine österreichische Bewilligung. Die Bewerbung ist aggressiv: 100 % bis 150 Euro Erstbonus, 50 % bis 500 Euro wöchentlicher Reload, 10 % bis 500 Euro Cashback, Accumulator Boost und Early Payout. Was fehlt, sind die konkreten Umsatzbedingungen, Mindestquoten und Fristen – sie sind auf der Aktionsseite nicht abrufbar.
Verdienst: Wonderlack wirbt stark, dokumentiert seine Bedingungen aber nicht. Das ist ein Warnsignal, nicht eine Empfehlung.
LegendPlay – Offshore, ähnliches Bild wie Wonderluck
LegendPlay hat ebenfalls eine Lizenz aus Anjouan und keine österreichische Bewilligung. Die Bewerbung nennt 100 % bis 250 Euro Erstbonus und 50 % bis 500 Euro Reload, auch hier sind die Bedingungen nicht abrufbar.
Verdienst: LegendPlay unterscheidet sich marketingtechnisch kaum von Wonderlack. Wer einen Offshore-Anbieter mit Casino-Anteil sucht, findet ihn, aber die Konditionen sind nicht offen einsehbar.
Sportuna – Offshore mit Curaçao-Lizenz
Sportuna hat eine Lizenz aus Curaçao und keine österreichische Bewilligung. Die Bewerbung nennt 100 % bis 100 Euro Erstbonus, 50 % bis 500 Euro Reload, 10 % bis 500 Euro Cashback, Accumulator Boost, Bore Draw und Early Payout. Auch hier fehlen die Bedingungen.
Verdienst: Sportuna ist ein weiterer Offshore-Anbieter im österreichisch sichtbaren Markt. Die Lizenz aus Curaçao ist keine österreichische Lizenz, die Bewerbung ist aggressiv, die Bedingungen sind intransparent.
Wie man die Auszahlung einer Wette berechnet
Eine Wette mit Einsatz E und Quote Q zahlt bei einem Gewinn E × Q aus. Der Nettogewinn ist E × (Q − 1). Beispiel: 10 Euro Einsatz auf Quote 2,50 ergibt 25 Euro Bruttoauszahlung und 15 Euro Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote. Drei Tipps mit Quoten 1,80, 2,10 und 3,00 ergeben eine Gesamtquote von 1,80 × 2,10 × 3,00 = 11,34. Ein Einsatz von 5 Euro bringt dann 56,70 Euro Bruttoauszahlung.
Die Wettgebühr von 5 Prozent wird nach dem aktuellen Modell von tipp3 nur auf gewonnene Wetten erhoben, und dort vom Gewinn. Bei 10 Euro Einsatz und Quote 2,00 sind 20 Euro Bruttogewinn, 1 Euro Gebühr, 19 Euro Auszahlung. Bei höheren Quoten steigt der Gebühranteil am Gewinn linear.
Eine FreeBet funktioniert anders: Der Einsatz wird nicht zurückgezahlt, nur der Nettogewinn wird ausgezahlt. Eine FreeBet von 10 Euro auf Quote 3,00 bringt 30 Euro Gewinn – 10 Euro FreeBettweld, weil der Einsatz nicht zurückkommt. Bei win2day wird der Gewinn mit Gesamtquote mal FreeBett-Einsatz abzüglich des FreeBett-Einsatzes berechnet.
Wie Boni tatsächlich kosten: Beispiel Betovo
Der Betovo-Sport-Willkommensbonus ist 100 % bis 250 Dollar bei Mindesteinzahlung 10 Dollar, Mindestquote 1,59, Umsatzfaktor 6 (Wette: 6), nur für Neukunden, nur für Sport und Live-Sport.
Bei voller Auszahlung von 250 Dollar Bonus bedeutet das: 250 Dollar × 6 = 1.500 Dollar erforderlicher Umsatz. Bei Mindesteinsatz 10 Dollar und Mindestquote 1,59 sind das 150 Wetten zu je 10 Dollar. Bei einer durchschnittlichen Marge von 6 Prozent in den Sportmärkten kostet der Umsatz 1.500 × 6 % = 90 Dollar an rechnerischem Verlust, bevor ein Cent ausgezahlt werden kann.
Das ist der Preis des Bonus: 90 Dollar an erwartetem Verlust für 250 Dollar Bonus, ein Verhältnis von etwa 36 Prozent. Der Bonus lohnt sich nur, wenn der Kunde ohnehin 1.500 Dollar an Wetten setzen würde. Wer den Bonus nur wegen des Geldes annimmt, zahlt drauf.
Limits, Höchstgewinne und Höchsteinsätze
Die Limits sind pro Anbieter sehr unterschiedlich:
- win2day: Mindesteinsatz 0,50 Euro pro Standardwette, Höchsteinsatz 500 Euro pro Standardwette und pro Systemwette, Höchstgewinn 80.000 Euro pro Standardwette, 200.000 Euro pro Systemwette. Einzahlungslimit 250 Euro pro Woche bis 26 Jahre, 1.680 Euro pro Monat ab 26 Jahre.
- Vierklee: Höchstgewinn 15.000 Euro pro Einzel- oder Kombinationswette, 50.000 Euro pro Kunde und Woche. Diese Limits sind deutlich niedriger als bei win2day.
- Oberösterreich und Niederösterreich: Gesetzlicher Höchsteinsatz 500 Euro pro Wette.
- Wien: Gesetzlicher Höchsteinsatz 50 Euro pro Wette an Terminals ohne Counter.
Diese gesetzlichen Limits sind nicht zu verwechseln mit anbieterinternen Limits. Wer in Wien an einem Automaten ohne Counter 50 Euro pro Wette setzen will, stößt an die gesetzliche Grenze. Wer online bei win2day spielt, kann bis 500 Euro setzen – was die jeweilige Landesgrenze für Online-Wetten ist, hängt vom Landesgesetz ab und ist nicht in allen Ländern abschließend geklärt.
Livewetten und ihre Tücken
Livewetten sind Wetten während eines laufenden Spiels. Die Quoten ändern sich in Sekundenbruchteilen, und der Anbieter kann Wetten während kritischer Spielsituationen aussetzen. tipp3 schließt bei einem Elfmeter die Wettannahme, bis der Ausgang feststeht. Das ist kein Fehler des Anbieters, sondern Standard im Markt.
Die Limits für Livewetten sind in den Landesgesetzen unterschiedlich. Wien erlaubt Livewetten nur auf partielle Ergebnisse oder das Endergebnis, Oberösterreich nur auf numerische Zwischen- oder Endergebnisse oder auf „Wer schießt das nächste Tor?“. Niederösterreich ist hier nicht abschließend geregelt.
Was sich sagen lässt: Livewetten sind in Österreich möglich, aber die Spielregeln unterscheiden sich je nach Bundesland. Wer live wetten will, sollte vorher wissen, welche Märkte im jeweiligen Bundesland zulässig sind.
Was Offshore-Anbieter anders machen
Anbieter ohne österreichische Bewilligung – Slotimo, Wonderluck, LegendPlay, Sportuna – werben aggressiv um österreichische Kunden. Sie haben oft höhere Limits, mehr Bonusaktionen und ein breiteres Wettprogramm, insbesondere im eSport-Bereich. Sie haben aber drei Nachteile:
- Keine österreichische Bewilligung: Die Landesgesetze sind nicht anwendbar, der Anbieter unterliegt dem Recht seines Lizenzlandes.
- Keine österreichische Selbstsperre: Eine Selbstsperre bei einem Offshore-Anbieter sperrt nicht bei österreichischen Anbietern und umgekehrt.
- Keine österreichische Anlaufstelle: Bei Streitigkeiten mit einem Offshore-Anbieter ist die österreichische Justiz nur bedingt zuständig, und die Durchsetzung von Ansprüchen ist schwierig.
Die Frage, ob ein österreichischer Kunde bei einem Offshore-Anbieter spielen darf, hängt vom jeweiligen Landesgesetz ab und ist nicht pauschal zu beantworten. Wer es trotzdem tut, sollte wissen, dass er sich außerhalb des österreichischen Schutzrahmens bewegt.
Wer in Österreich wirklich gewinnt: Eine nüchterne Betrachtung
Die Wettgebühr, die Marge und die Bonusbedingungen sind die drei Kostenfaktoren, die jeder Wettende zahlt. Die Wettgebühr ist mit 5 Prozent fix und nicht vermeidbar. Die Marge schwankt je nach Markt und Anbieter und liegt typisch zwischen 5 und 8 Prozent. Die Bonusbedingungen sind vermeidbar, indem man keine Boni annimmt.
Was bleibt, ist die Marge. Über viele Wetten gerechnet, verliert der Kunde genau diesen Prozentsatz seines Umsatzes. Eine Marge von 6 Prozent heißt: Von 1.000 Euro Umsatz zahlt der Kunde 60 Euro an den Anbieter, im Durchschnitt über viele Wetten. Das ist der Preis für die Möglichkeit zu wetten.
Wer das akzeptiert und nur gelegentlich mit kleinen Beträgen wettet, zahlt weniger. Wer regelmäßig und mit hohen Beträgen wettet, zahlt entsprechend mehr. Wer glaubt, die Marge durch ein System schlagen zu können, irrt: Solange der Anbieter seine Marge kalkuliert, ist er im Vorteil. Das gilt unabhängig von der Bewilligung, dem Land und dem Anbieter.
Häufige Fragen zu Sportwetten in Österreich
Muss man Wettgewinne in Österreich versteuern?
Ob private Wettgewinne in Österreich steuerpflichtig sind, ist auf Primärquellenebene nicht abschließend geklärt. Die übliche Empfehlung lautet, einen Steuerberater oder das Finanzamt zu fragen, weil die individuelle Situation entscheidend ist. Allgemeine Aussagen tragen hier nicht, und Pauschalisierungen können im konkreten Fall falsch sein.
Sind Sportwetten in Österreich legal, und wer erteilt die Bewilligung?
Sportwetten sind in Österreich legal und keine Glücksspiele nach Bundesrecht. Die Bewilligung erteilt das jeweilige Bundesland nach seinem Wettgesetz. Niederösterreich hat das NÖ Wettgesetz von 2020, Wien das Wiener Wettengesetz von 2016, Oberösterreich das Oö. Wettgesetz. Es gibt keine Bundeslizenz und keinen nationalen Regulierer.
Gibt es eine nationale Lizenz oder eine österreichweite Liste zugelassener Wettanbieter?
Nein. Sportwetten sind in Österreich Ländersache, und es gibt weder eine nationale Lizenz noch eine österreichweite Liste der zugelassenen Buchmacher. Wer prüfen will, ob ein Anbieter bewilligt ist, muss im Impressum oder in den AGB nachlesen, welches Bundesland die Bewilligung erteilt hat. Die zentrale Anlaufstelle der Branche, playsponsible.at, ist keine Whitelist.
Welche Höchsteinsätze und Grenzen für Livewetten gelten in den einzelnen Bundesländern?
Die Höchsteinsätze sind pro Bundesland unterschiedlich: Oberösterreich und Niederösterreich 500 Euro pro Wette, Wien 50 Euro pro Wette an Terminals ohne Counter. Für Online-Wetten ist die Lage nicht in allen Ländern abschließend geklärt. Livewetten sind in Wien nur auf partielle Ergebnisse oder das Endergebnis erlaubt, in Oberösterreich nur auf numerische Zwischen- oder Endergebnisse oder „Wer schießt das nächste Tor?“. Niederösterreich ist hier nicht abschließend geregelt.
Wie wird aus Einsatz und Quote die Auszahlung einer Wette berechnet?
Eine Wette mit Einsatz E und Quote Q zahlt bei einem Gewinn E × Q aus. Der Nettogewinn ist E × (Q − 1). Beispiel: 10 Euro Einsatz auf Quote 2,50 ergibt 25 Euro Bruttoauszahlung und 15 Euro Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote. Die Wettgebühr von 5 Prozent wird bei tipp3 vom Gewinn abgezogen, bei 10 Euro Einsatz und Quote 2,00 bleiben 19 Euro statt 20 Euro.
Wie ist die Lage bei im Ausland gehosteten Wettanbietern mit einer Lizenz aus Malta oder Curaçao?
Die Rechtslage ist nicht abschließend geklärt. Sportwetten sind kein Glücksspiel nach dem GSpG, und die Landesgesetze knüpfen die Bewilligung an den Serverstandort. Anbieter mit Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan haben keine österreichische Bewilligung, und ob ihr Angebot in Österreich legal genutzt werden kann, hängt vom jeweiligen Landesgesetz ab. Es wurde bisher kein Urteil gefunden, das einem Spieler die Rückzahlung von Verlusten bei einem ausländischen Anbieter zugesprochen hat. Strafen für Spieler sind nicht bekannt, Strafen für Anbieter ohne Bewilligung sind in Wien bis 22.000 Euro und in Oberösterreich bis 20.000 Euro möglich.
Rechtslage – wettentippsat
Inhalt erstellt vom Team «wettentippsat»
